Sterbegeldversicherung berechnen
3. April 2017

Wie gestalte ich meine Sterbegeldversicherung zugriffsicher?

Sterbegeldversicherung zugriffsicher

Sterbegeldversicherung zugriffsicher gestalten

Eine Sterbegeldversicherung zugriffsicher zu gestalten, ist relativ einfach. Das Bundesverwaltungsgericht hat bereits im Jahr 2003 entschieden, dass eine angemessene Vorsorge für den Todesfall vor dem Zugriff von Gläubigern geschützt ist. Gleiches gilt beim Bezug von Sozialhilfe.

Das Bundessozialgericht hat die Grundsatzentscheidung des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Jahr 2003 im Jahr 2008 noch einmal bestätigt – auch nach der sogenannten Hartz-Reform. Die deutschen Gerichte leiten ihre Vorgaben seitdem aus § 90 SGB XII her. Dieser Paragraph besagt, dass die Vergabe von Sozialhilfe nicht vom Vermögen abhängig gemacht werden darf. Voraussetzung ist, dass die Verwertung des Vermögens für die Angehörigen eine unzumutbare Härte darstellen würde. Wer eine Sterbegeldversicherung abschließt, kann nur dann von einer Zugriffssicherheit profitieren, wenn die Sterbegeldversicherung die Bestattung und Grabpflege übernimmt. Alle anderen Zweckverwendungen sind recht schwer vor einem Zugriff zu schützen.

Voraussetzungen für eine Zugriffssicherheit

Wer seine Sterbegeldversicherung vor dem Zugriff durch Dritte schützen möchte, muss verschiedene Vorkehrungen treffen. Im Versicherungsvertrag muss eine ausschließliche Zweckbestimmung getroffen werden. Diese muss verbindlich sein. Der betreffende Vermögensteil muss klar vom übrigen Vermögen getrennt sein. Die Zweckbestimmung der Sterbegeldversicherung zur Grabpflege und Bestattung muss objektiv erkennbar sein. Typische Verträge sind Vorsorgeverträge mit einem Treuhänder, der das Vermögen an einen bestimmten Vorsorgezweck bindet. Die Erben können diese Vereinbarung nach dem Tod des Vertragsnehmers nicht mehr abändern. Sterbegeldversicherungen sind nur dann vor einem Zugriff geschützt, wenn eine Auszahlung der Versicherungssumme zu Lebzeiten nicht möglich ist. Wenn eine Sterbegeldversicherung vorsieht, dass der Versicherungsnehmer ab einem Alter von 100 Jahren ausbezahlt werden kann, ist die Versicherung ebenfalls nicht vor einem Zugriff geschützt.

Weitere Voraussetzungen

Wer seine Sterbegeldversicherung zugriffsicher gestalten möchte, muss einige Besonderheiten beachten. Dazu gehört neben den oben aufgeführten Voraussetzungen, dass eine angemessene Absicherung vorliegt. Die eindeutige und verbindliche Zweckbestimmung ist nur eine Voraussetzung. Die Zweite liegt darin, dass die finanzielle Absicherung angemessen ist. Die Höhe der Grabpflege- und Bestattungskosten darf nicht außergewöhnlich hoch ausfallen. Hintergrund ist der Wortlaut des Gesetzes, der eine „unzumutbare Härte“ fordert. Ob die Höhe von Grabpflege- und Bestattungskosten angemessen ist, richtet sich nach verschiedenen Kriterien. Diese orientieren sich unter anderem an:

– den örtlichen Gebühren, die nicht vermieden werden können sowie dem ausdrücklich gewünschten Ort der Bestattung.
– den Preisen einer Sozialbestattung nach § 74 SGB XII: Der doppelte Betrag sollte nicht überschritten werden.
– den Lebensverhältnissen des Verstorbenen, was aber nicht alle Gerichte akzeptieren. Denn der Verstorbene hat wegen des drohenden Zugriffs auf sein Vermögen ja nicht seinen Lebensstandard aufrechterhalten können.
– dem durchschnittlichen Bestattungspreis, der von Stiftung Warentest ermittelt wird und derzeit durchschnittlich 4.500 Euro beträgt.

Wer seine Sterbegeldversicherung zugriffsicher gestalten möchte, sollte im Vorhinein einige Überlegungen anstellen. Es ist von enormer Wichtigkeit den Vertrag rechtssicher zu gestalten. Dazu gehören insbesondere ein angemessener Versicherungsbeitrag sowie eine Zweckbindung der Versicherungssumme, die auf die Grabpflege und Bestattungskosten gerichtet ist.

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