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20. Juni 2018

Vorsorgevollmacht – 5 Tipps für eine wirksame Vorsorgevollmacht und was Sie beachten sollten

Ausdruck einer Vorsorgevollmacht

Die Vorsorgevollmacht ist eine der wichtigsten Vollmachten. Sie sollte bereits in jungen Lebensjahren angefertigt werden. Ohne eine Vorsorgevollmacht besteht die Gefahr, dass Entscheidungen getroffen werden, die den Ansichten des Betroffenen entgegenlaufen. Vorsorgevollmachten dienen dazu, die Wünsche und Vorstellungen der erkrankten Person umzusetzen.

Grundlagen und Wissenswertes zu Vorsorgevollmachten

Was eine „Vollmacht“ ist, wissen die meisten Personen. Eine Vollmacht verleiht einer anderen Person das Recht, etwas Bestimmtes für den Vollmachtgeber zu machen. Der Vollmachtgeber muss sich die Handlungen der anderen Person so zurechnen lassen als hätte er selbst gehandelt. Eine Vorsorgevollmacht ist eine spezielle Vollmacht. Sie dient dazu, eine rechtliche Betreuung zu vermeiden. Personen, die ihre Angelegenheiten krankheits- oder altersbedingt nicht selbst regeln können, erhalten vom örtlichen Amtsgericht einen Betreuer zugewiesen. Dieser ist der gesetzliche Vertreter der kranken Person und übernimmt die rechtlichen Aufgaben, die die Person nicht mehr durchführen kann. Dies geschieht auf Antrag oder automatisch, dass heißt „von Amts wegen“. Betroffene haben die Möglichkeit, die Einsetzung eines Betreuers durch das Amtsgericht zu unterbinden. Dazu müssen sie eine Vorsorgevollmacht ausstellen, die einen Betreuer benennt. Wir vermitteln Ihnen wichtiges Grundlagenwissen zu der speziellen Art der Vollmacht.

5 wertvolle Tipps zur Vorsorgevollmacht

1. Keine unbegrenzte Wirkung
Eine Vorsorgevollmacht ist beschränkbar. Der Vollmachtgeber kann genau angeben, welche Rechte der Bevollmächtigte haben soll. Vorsorgevollmachten, die keine Einschränkungen enthalten, haben trotzdem keine unbegrenzte Reichweite. Bei vielen Verfahren, beispielsweise bei risikoreichen ärztlichen eingriffen und passiver Sterbehilfe, ist die Genehmigung des Amtsgerichts notwendig. Dies gilt auch für freiheitsentziehende Maßnahmen, wie die Unterbringung in einem Pflegeheim, einer Klinik oder einer geschlossenen Abteilung.

2. jederzeit Widerruf möglich
Vollmachtgeber sind nicht an Vorsorgevollmachten gebunden. Sie dürfen sie jederzeit widerrufen und neugestalten. Sollten sie psychisch krank sein, bedürfen der Widerruf und die Abänderung der Vorsorgevollmacht einer Genehmigung durch das Amtsgericht. Gutachter und Sachverständige müssen klären, ob der Vollmachtgeber geistig gesund ist.

3. Wirkung über den Tod hinaus
Manche Vorsorgevollmachten wirken über den Tod hinaus. Sie sind bei entsprechender Formulierung als eine Art Testament zu werten. Der Vollmachtgeber hat zum Beispiel die Möglichkeit, die Aufteilung seines Erbes zu ordnen oder an Bedingungen zu knüpfen.

4. Keine besonderen Formvorschriften
Vorsorgevollmachten sollten aus Beweisgründen der Schriftform entsprechen. Dies bedeutet aber nicht, dass sie handschriftlich zu unterschreiben sind. Ein unterschriebener PC-Ausdruck mit Datums- und Ortsangabe reicht vollkommen aus. Eine notarielle Beurkundung ist nicht erforderlich. Vorsorgevollmachten sind prinzipiell formlos gültig. Sie können auch als Sprachnachrichten verfasst werden. In der Praxis kommt es häufig vor, dass die Echtheit oder der Ausstellungszeitpunkt einer Vollmacht angezweifelt wird.

5. Familie nicht automatisch Betreuer
Viele Personen denken, dass ihre Familie im Krankheitsfall automatisch die Stellung als Betreuer einnimmt. Dies ist nicht der Fall. Wenn eine Vorsorgevollmacht fehlt, bestellt das Amtsgericht einen Betreuer. Dieser ist eventuell eine wildfremde Person, die ihre Entscheidungen nicht im Einklang mit den Ansichten der Familie trifft.

Eine Antwort zu “Vorsorgevollmacht – 5 Tipps für eine wirksame Vorsorgevollmacht und was Sie beachten sollten”

  1. Katherine sagt:

    Vielen Dank für den interessanten Beitrag. Ich denke das Rechtsgebiet Vorsorgevollmacht ist ein sehr komplexes Thema. Bestenfalls sollte man sich hier an einen Rechtsanwalt wenden.

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