Sterbegeldversicherung Beitrag berechnen
18. Dezember 2018

Trauerreaktion: Was ist normal?

trauerreaktion

Die Trauerreaktion als Reaktion auf einen schwerwiegenden Verlust kann ganz unterschiedlich ausfallen. Sie reichen von Mutlosigkeit über Freudlosigkeit und Gedrücktheit bis hin zu depressiven Verstimmungen. Das Erleben von Trauer ist ganz verschieden, eine Therapie ist nur in den seltensten Fällen notwendig. Oftmals hilft schon ein mitfühlendes Gespräch, um die Trauerreaktion zu verarbeiten.

Was ist überhaupt Trauer?

Trauer tritt auf, wenn ein Mensch etwas verliert. Das kann ein Angehöriger sein, aber auch ein Hund oder eine Lebensphase, beispielsweise der Abschied vom Berufsleben. Trauernde denken dann sehr oft an den Verstorbenen oder das Verlorene und können dabei auch durchaus positive Gefühle haben. In den meisten Kulturen findet die Trauer öffentlich statt. Die Trauerreaktionen können stark schwanken. Sie verlaufen wellenförmig und nehmen in ihrer Intensität ständig zu und ab.

Der typische Verlauf einer Trauerreaktion

Die Trauer hält üblicherweise sehr lange an. Ihre genaue Dauer hängt davon ab, wie nahe uns der Mensch stand und wie wir persönlich damit umgehen. Eine Trauerreaktion, die sehr lange besteht und sehr belastend ist, kann behandlungsbedürftig sein. Es kann vorkommen, dass Trauernde aus eigener Kraft nicht dazu fähig sind, den Trauerprozess abzuwickeln. Dies ist aber nur in den seltensten Fällen gegeben, oftmals reichen etwas Zeit und eine starke Schulter zum Anlehnen aus.

Die vier Trauerphasen

Jeder Trauernde durchläuft vier Trauerphasen. Am Ende der Trauer ist er dazu fähig, den Verlust zu verkraften und sich an das neue Leben ohne die verlorene Person zu gewöhnen. In der ersten Trauerphase möchten die Betroffenen den Verlust nicht wahrhaben. Sie akzeptieren den Todesfall nicht und versuchen, ihn zu verdrängen. Die Betroffenen wirken wie betäubt und bewältigen ihren Alltag sehr routiniert. Diese Arbeitsweise wird gelegentlich von starken Emotionen durchbrochen.

In der zweiten Trauerphase durchlebt der Trauernde „chaotische Emotionen“. Er erfährt den Trauerschmerz sehr intensiv und hat Schuldgefühle, ist hilflos, wütend und ängstlich. Schlafstörungen und Gewichtsverlust sind typische Begleiter.

In der dritten Trauerphase ist der Trauernde sehr ruhelos und hat manchmal das Gefühl, dass der Verstorbene tatsächlich anwesend ist. Der Trauernde hat hier aber auch den Impuls, sich von Erinnerungen zu lösen. Er wirft Erinnerungsstücke weg und sucht zugleich Orte auf, die dem Verstorbenen wichtig waren. Der Trauernde akzeptiert langsam, dass der Verstorbene dauerhaft abwesend ist.

In der vierten Trauerphase schließt er den Verlust ab und ordnet seine Gewohnheiten neu. Der Trauernde öffnet sich wieder für andere Menschen und nimmt den Verlust nur noch gelegentlich intensiv wahr.

Wann ist eine Trauerreaktion behandlungsbedürftig?

Es ist normal, dass wir Wochen oder Monate trauern. Die Dauer der Trauerphase hängt davon ab, wie nahe uns die verstorbene Person stand. Trauer ist nur dann als „krankhaft“ einzustufen, wenn sie die Lebensqualität dauerhaft einschränkt oder zu einer psychischen Erkrankung führt. Bei einer Diagnose ist sicher viel Fingerspitzengefühl notwendig. Regelmäßige und einfühlsame Gespräche heilen. In Einzelfällen kann Antidepressiva notwendig werden. Diese Einschätzung der Trauerreaktion ist allerdings dringend von einem Arzt vorzunehmen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.