Sterbegeldversicherung berechnen
7. Mai 2019

Sterbegeldversicherung Steuer: Muss man die Sterbegeldversicherung versteuern?

Sterbegeldversicherung Steuer

Schließt jemand eine Sterbegeldversicherung ab, möchte er seine Angehörigen finanziell absichern. Doch muss man auf die Sterbegeldversicherung Steuern zahlen? Die Hinterbliebenen sind mit ihrer Trauer beschäftigt und sollen nicht zusätzlich noch die Beerdigungskosten tragen müssen. Eine Sterbegeldversicherung deckt viele Kosten ab, auch die der Grabpflege oder einer psychologischen Betreuung. So müssen sich die Hinterbliebenen in ihrer Trauer nicht mit finanziellen Themen beschäftigen oder werden durch Beerdigungskosten zusätzlich belastet. Dennoch bleibt die Frage: Müssen die Hinterbliebenen die Auszahlung der Sterbegeldversicherung versteuern?

Müssen Sie die Sterbegeldversicherung versteuern: Ja oder nein?

Ob Sie die Leistungen einer Versicherung versteuern müssen, hängt von verschiedenen Aspekten ab. Hinterbliebene müssen keine Einkommenssteuer zahlen, wenn der Versicherungsnehmer diese im Vertrag als Bevollmächtigte angibt. Allerdings: Erbringt eine Versicherungsgesellschaft zu Lebzeiten des Versicherungsnehmers Leistungen, unterliegen diese der Einkommenssteuer. Eine Versteuerung findet auch statt, wenn ein Versicherungsnehmer seine Sterbegeldversicherung kündigt und sich den Betrag zu Lebzeiten auszahlen lässt.

Private und betriebliche Sterbegeldversicherungen: Gibt es hier Unterschiede?

Ob eine Sterbegeldversicherung zu versteuern ist, richtet sich danach, ob der Versicherungsnehmer den Vertrag privat oder betrieblich abschloss. Zahlt der Arbeitgeber die Summe aus, handelt es sich um eine berufliche Begräbnisgeldversicherung. Solche Versicherungen sind oft im Arbeitsvertrag festgehalten – rein rechtlich handelt es sich hier um einen zusätzlichen Arbeitslohn. Betriebliche Sterbegeldversicherungen unterliegen deshalb der Einkommenssteuer. Sozialabgaben sind nicht zu entrichten, schließlich ist der Vertragsnehmer verstorben. Allerdings: Diese Regelungen gelten nur für betriebliche Sterbegeldversicherungen. Schloss der Versicherungsnehmer eine private Sterbegeldversicherung ab, ist die Auszahlung an die Hinterbliebenen grundsätzlich steuerfrei.

Sterbegeldversicherung: Steuer auch bei Schenkungen?

Bei privaten Sterbegeldversicherungen gibt es einen Grundsatz: Die Versicherungssumme ist steuerfrei, wenn die Hinterbliebenen damit die Bestattungskosten bezahlen.

Es gibt aber Ausnahmen: Einige Personen könnten ihre Beerdigungskosten durchaus aus dem Erbe bezahlen. Hier kauft der Versicherungsnehmer oft kurz vor seinem Lebensende eine Sterbegeldversicherung auf, damit dieser Teil des „Erbes“ nicht der Erbschaftssteuer unterliegt. Durchschaut das Finanzamt diese Konstruktion, unterliegt das Sterbegeld der Erbschaftssteuer. Das Finanzamt versteuert den Differenzbetrag zwischen geleisteten Beiträgen und der Auszahlungssumme. Versicherungsnehmer, die in solcher Konstruktion eine Sterbegeldversicherung nach dem 60. Lebensjahr abschließen, müssen diesen Betrag hälftig versteuern.

Sterbegeldversicherung versteuern bei Pfändungen?

Schließen Sie eine Sterbegeldversicherung ab, handelt es sich um Vermögen. Der Gerichtsvollzieher kann bei einer Pfändung auf Ihre Sterbegeldversicherung zurückgreifen. Allerdings: Das Sterbegeld ist bis zu einer Höhe von 3.000 Euro pfändungsfrei. Das bedeutet, dass der Gerichtsvollzieher nur den Betrag pfänden darf, der die Summe von 3.000 Euro übersteigt.

Wie sieht es bei Beamten aus?

Verstirbt ein Beamter, beziehen die Hinterbliebenen das Sterbegeld manchmal aus der Beamtenversorgung. Hier ist sich die Rechtsprechung uneinig. Die meisten Finanzgerichte sind der Ansicht, dass das Sterbegeld aus der Beamtenversorgung nicht zu versteuern ist. Es gibt aber durchaus Gerichte, die diese Auffassung nicht teilen. Hier ist noch nicht abschließend geklärt, ob Sie das Sterbegeld versteuern müssen oder nicht.

Fazit: Sterbegeldversicherung Steuern im Überblick

Bei einer privaten Sterbegeldversicherung müssen Sie den Ertrag der Sterbegeldversicherung nicht versteuern. Es gibt aber Ausnahmen:

  • Der Gerichtsvollzieher darf Sterbegeld ab einer Höhe von 3.000 Euro pfänden.
  • Beim privaten Rückkauf von Sterbegeldversicherungen ist das Sterbegeld teilweise zu versteuern.
  • Das Sterbegeld aus einer betrieblichen Sterbegeldversicherung ist Arbeitslohn und unterliegt der Einkommenssteuer.

Auch wenn in Ausnahmefällen für die Sterbegeldversicherung Steuern anfallen können, kann der Abschluss sinnvoll sein. Zum einen tritt der Ausnahmefall oft nicht ein, sodass das Sterbegeld steuerfrei ist und zum anderen haben Sie dann so die Möglichkeit, Ihren Hinterbliebenen im Ernstfall die finanziellen Sorgen im Bezug auf die Beerdigungskosten zu nehmen. Mit unserem Sterbegeldversicherung Vergleich haben Sie die Möglichkeit, genau den Tarif zu ermitteln, der zu Ihren Anforderungen und individuellen Lebensumständen passt. Sie haben Fragen oder es bestehen Unklarheiten? Sprechen Sie uns gern an! Wir beraten Sie persönlich, unverbindlich und kostenlos: 0800 – 533 79 34 (Bundesweit gebührenfrei; Mo. – Fr. 09 bis 19 Uhr)

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