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16. Oktober 2019

Sterbegeldversicherung bei Hartz 4: Zählt Sterbegeld als Schonvermögen?

Sterbegeldversicherung und Schonvermögen

Erfahren Sie hier, ob Sterbegeld als Schonvermögen gewertet wird und Sterbegeldversicherungen bei Hartz 4 somit ebenfalls Sinn machen.

Eine Sterbegeldversicherung dient dazu, im Todesfall die Kosten für eine Bestattung zu decken. Im Schnitt liegen die Bestattungskosten in Deutschland zwischen 6.000 und 7.500 Euro. Natürlich lassen sich die individuellen Beerdigungskosten auch niedriger halten. Der Gesetzgeber legt die Bestattungspflicht auf den nächsten Angehörigen der verstorbenen Person. Bezieht dieser Angehörige Hartz 4, stellt sich die Frage, ob das Sterbegeld als Schonvermögen gilt.

Sterbegeldversicherungen Hartz 4 – Wer zahlt die Bestattung?

Ob Sie Ihren Partner beerdigen müssen oder ein Elternteil – eine Bestattung ist immer mit hohen Kosten verbunden. Für eine einfache Bestattung müssen Sie mindestens 4500 Euro einrechnen. Besteht eine Sterbegeldversicherung, sind Sie finanziell entlastet.

Was aber, wenn Sie Hartz 4 beziehen? Der Hartz 4 Bezug kann aufgrund von Arbeitslosigkeit bestehen oder im Rahmen einer finanziellen Unterstützung im Rentenalter. In beiden Fällen müssen Zusatzeinkünfte jeder Art beim Amt angegeben werden. Fallen diese Einkünfte in das sogenannte Schonvermögen, werden sie nicht mit den staatlichen Zahlungen verrechnet.

Was sagt der Gesetzgeber zur Sterbegeldversicherung Hartz 4?

Bereits im Jahr 2007 hat sich der oberste Bundesgerichtshof mit der Frage beschäftigt, ob Sterbegeld dem Schonvermögen angerechnet wird. Das Urteil wurde damals zugunsten der Versicherten ausgesprochen. Denn eine Sterbegeldversicherung dient der Ausschüttung eines zweckgebundenen Kapitals. Es geht nicht um die Anhäufung privaten Vermögens.

Speziell für den Todesfall abgeschlossene Sterbegeldversicherungen zählen zum Schonvermögen (§850 Abs. 1 Nr. 4 ZPO). Diese Regelung soll eine würdevolle Bestattung unabhängig vom Lebensstandard ermöglichen. Entscheidend ist jedoch die so genannte Zweckgebundenheit. Der Versicherungsvertrag muss so gestaltet sein, dass die Versicherungssumme nur für die Bestattung und die damit verbundenen Kosten verwendet werden darf.

Die Höhe des Sterbegeldes im Schonvermögen zur Bestattungsvorsorge wurde von verschiedenen Gerichten in Höhe von 5.000 bis 6.500 Euro festgelegt. Eine Ausnahme von 10.500 Euro (Verwaltungsgericht Münster, 6 K 4230/17) ist bekannt. Die Richter berücksichtigen bei der Urteilsfindung stets auch die örtlichen Preise für Bestattungen.

Sterbegeldversicherung bei Hartz 4 oder lieber Alternativen nutzen?

Da das Sterbegeld als Schonvermögen gilt, ist es vom Staat nicht antastbar. Sie müssen sich aso nicht mit einer einfachen Bestattung zufriedengeben und auch kein private Sterbekasse daheim verstecken, sondern können stattdessen eine Sterbegeldversicherung als Hartz 4 Empfänger nutzen. Finden Sie aus verschiedensten Tarifen die passende Sterbegeldversicherung im Vergleich und sorgen Sie vor.

Alternativen zu einer speziellen Sterbeversicherung stellen zum Beispiel Sparbücher oder Lebensversicherungen dar. Allerdings kommt es hier im Zusammenhang mit Hartz 4 zu diversen Problemen:

  • Höheres Ausschüttungskapital – gilt nicht als Schonvermögen
  • Kann im gesamten Umfang auf Hartz 4 Zahlungen angerechnet werden
  • Keine zweckgebundene Leistung – steht dem Begünstigten zur freien Verfügung

Die Kosten für eine Beerdigung können zwar über das zuständige Amt gedeckt werden, allerdings werden hier die Minimalkosten als Grundlage genommen. Eine ordentliche Bestattung mit Trauerfeier lässt sich ohne Probleme über eine Sterbegeldversicherung bei Hartz 4 finanzieren.

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