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30. August 2015

Seebestattung – die letzte große Fahrt

Seebestattung Sterbegeldversicherung

Seebestattung – über das irdische Leben hinaus mit der See verbunden

Das Meer ist zweifellos die größtmögliche irdische Begräbnisstätte, die Menschen für ihre letzte Ruhestätte nutzen können. Bei einer Seebestattung kommen hierfür neben der Nordsee und Ostsee auch das Mittelmeer und der Atlantik.

Seit Bestehen der Seefahrt haben die Weltmeere unzählige Tote in sich aufgenommen. Wann immer früher Menschen auf hoher See verstarben, wurden ihre Leichname schon aus der Not heraus einfach dem Meer übergeben. Heute  finden Seebestattungen mit der Asche der Toten in einer wasserlöslichen Urne und einem sehr würdevollen Rahmen statt.

Die Seebestattung als Alternative zum Friedhof

Sie zählt zu den völlig pflegefreien Bestattungsarten. Sie wird vor allem von Menschen bevorzugt, deren Leben vom Meer geprägt ist,  die sich mit dem kostbaren Element Wasser identifizieren und sich auch nach ihrem Tod nichts anderes vorstellen können, als ihre letzte Reise zum Meeresgrund anzutreten. Für Angehörige der Marine, Kapitäne und viele andere Menschen, die sich mit der Schifffahrt und dem Meer verbunden fühlen, ist eine andere Form der Bestattung nahezu ausgeschlossen. Sie sind mit der Brandung der Wellen, der faszinierenden Macht des Meeres und seiner scheinbaren Unendlichkeit so stark verwachsen, dass dieses Band auch der Tod nicht zu trennen vermag.

Gesetzliche Vorgaben für Seebestattungen

Der rechtliche Weg für Seebestattungen wurde in Deutschland 1934 geebnet. Sie werden von mehreren Hafenstädten aus in der Nordsee, Ostsee, ebenso wie im Mittelmeer und Atlantik durchgeführt. Wer eine solche Form der Bestattung wünscht, sollte daher schon zu Lebzeiten eine entsprechende Seebestattungsverfügung erstellen. Selbstverständlich können auch die Familienmitglieder der Verstorbenen eine Seebestattung organisieren. Sie setzt jedoch generell eine Genehmigung der Behörden voraus, um die sich die beauftragten Bestatter gerne kümmern.

Da jedes Bundesland seine eigenen Friedhofs- und Bestattungsgesetze verfasst, kann es durchaus vorkommen, dass Hessen vielleicht eine Begründung für eine Seebestattung in der Nordsee oder Ostsee verlangt. Ebenso kann dies natürlich für das Mittelmeer oder den Atlantik vorkommen. Daher kann eine persönlich erstellte Seebestattungsverfügung des Verstorbenen für die Angehörigen sehr hilfreich sein und wird in der Regel von den Behörden respektiert.

Jedes Begräbnis in der See, und zwar unabhängig davon, ob es sich um das Mittelmeer, die Nordsee, Ostsee oder den Atlantik handelt, setzt eine Kremierung des Leichnams voraus, da nur die Urne und gegebenenfalls Blumenschmuck im Meer versenkt werden. Ähnlich wie bei der Baumbestattung gibt es für die Beisetzung in der See eine spezielle Urne aus ökologischem Material. Dieses löst sich innerhalb kurzer Zeit im Meer  auf und gibt die Asche für den Meeresgrund frei. Räumliche Begrenzungen wie in einem Grab gibt es dort nicht, so dass solche Bestattungen auch ein wunderbares Symbol für die nun sicherlich gewonnene Freiheit der Seele repräsentieren. Die Verschmelzung mit der maritimen Natur und der ökologische Abbau der Urne nehmen also einen hohen ethischen Stellenwert für alle verstorbenen Menschen ein, die ihr ganzes Leben lang am und auf dem Meer verbracht haben.

Ablauf einer Seebestattung

Das durchführende Organ ist eine Reederei. Sie führt stille oder anonyme Beisetzungen ohne Angehörige durch oder erlaubt die Trauerfeier mit Begleitung durch Pfarrer und Gästen unmittelbar an Bord.  Dies hängt ganz vom Wunsch der Familie ab und sollte mit dem Bestatter erörtert werden.

Die Beisetzung übernimmt der Kapitän des Schiffes an dafür vorgesehenen Gebieten der See. Sie liegen auch im Mittelmeer und Atlantik an Stellen, wo Fischen und Wassersport verboten sind. Gerne reichen verschiedene Reedereien den Trauergästen nach der Bestattung Kaffee und Kuchen oder bieten gar vielfältige Verköstigungen an. Bei einer solchen individuellen Seebestattung wird dann natürlich nur die betreffende Urne in die Obhut der See gegeben.

Nach erfolgter Beisetzung werden die jeweiligen Koordinaten in einer Seekarte eingezeichnet und den Angehörigen zu einer späteren Zeit über den Bestatter überreicht.

Einige Reedereien in Deutschland veranstalten in der Nordsee und Ostsee jährliche Gedenkfahrten mit dem Schiff zu den Orten der Seebestattungen. Diese geben den Angehörigen die Möglichkeit, sich liebevoll an ihre verlorenen Mitmenschen an Ort und Stelle zu erinnern.

Die Kosten – ein entscheidender Aspekt

Die Kosten einer Seebestattung variieren zwischen 1.500 und 2.800 EUR, da auch hier unterschiedliche Dienstleister sowie Ämter beteiligt sind. Es ist zu empfehlen, bei einem konkreten Todesfall die Kosten der einzelnen Anbieter miteinander zu vergleichen. Daneben spielt die Entfernung vom Sterbeort zum Übernahmehafen eine entscheidende Rolle. Schließlich kommt es auch darauf an, ob eine Begleitung der Trauergäste auf dem Schiff sowie eine Verköstigung an Bord gewünscht wird. Und auch welches Schiff gewählt wird. Hier kann jede Familie ihren speziellen Wünschen Ausdruck verleihen und so die Höhe der Kosten beeinflussen.

Zu berücksichtigen ist bei einer Seebestattung, dass keine weiteren Kosten für Pflege, Grabstein oder -schmuck anfallen. Auch sind stille Seebestattungen günstiger, weil bei einer Fahrt mehrere Urnen beigesetzt werden.

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