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12. Juli 2015

Krematorium und Feuerbestattung

Urnenbeisetzung

Krematorium – Feuerbestattung eine Frage der persönlichen Entscheidung

Die Feuerbestattung in Verbrennungsöfen blickt auf eine fast 150jährige Geschichte zurück und wurde erstmalig am 09. Oktober 1874 in Dresden durchgeführt. Ingenieur Friedrich Siemens entwickelte einen eigens hierfür geeigneten Regenerationsofen, der sich allerdings von den heutigen Feuerbestattungsanlagen erheblich unterschied.

Inspiriert wurde er von Friedrich Küchenmeister, der als Mediziner Erdbestattungen mit langwieriger Verwesung schon damals sehr kritisch gegenüber stand. Nach dieser Geburtsstunde des Krematoriums dauerte es jedoch bis Anfang des 20. Jahrhunderts noch viele Jahre, bis die Feuerbestattung zunächst von Protestanten rege in Anspruch genommen wurde. Erst 1963 öffnete sich auch die katholische Kirche für Einäscherungen.

Gründe für eine Feuerbestattung

Da viele (besonders wirtschaftliche) Gesichtspunkte für eine Feuerbestattung im Krematorium sprechen, haben sich Krematorien in Deutschland und weltweit längst etabliert und sind zu der am häufigsten gewählten Bestattungsform geworden. Ihre Aspekte sind überzeugend:

  • Deutlich niedrigere Bestattungskosten
  • Autolyse entfällt
  • Leichtere Grabpflege
  • Beisetzungen im Wald, Meer oder in Urnenwänden sind frei von Pflege und Folgekosten
  • Bis zu 10 Urnen können unter einem Baum in der Natur beigesetzt werden.

Ein Krematorium arbeitet mit modernster Technik

Alle deutschen Krematorien unterliegen dem Bundesemmissionsschutzgesetz sowie dem Datenschutz. Ständige Kontrollen der Anlagen erfolgen und gewährleisten die Einhaltung aller umweltspezifischen Vorgaben. Sobald ein Sarg in die Einäscherungshalle gefahren wird, erfolgt ein Computer gesteuerter und überwachter Vorgang, der Fehler ausschließt und eine individuelle Feuerbestattung garantiert.  Die Prozesse, die ein Sarg mit Leichnam durchläuft, spielen sich in jedem Krematorium nahezu gleich ab:

  1. Anlieferung und Aufbahrung im Kühlraum
  2. Zweite Untersuchung der Toten durch einen Amtsarzt
  3. Kennzeichnung mit Auftragsnummer und Computereingaben
  4. Beigabe eines Schamottesteines mit identischer Kennziffer in den Sarg
  5. Feuerbestattung bei 850-1000 Grad
  6. Abkühlung
  7. Befüllung der Urne mit der Asche und Verschließung.

Die Urnendeckel enthalten die Namen der Toten, ihren Geburts- und Todestag sowie das Datum ihrer Einäscherung.  Zwischen der Sterbezeit und Feuerbestattung müssen jedoch mindestens 48 Stunden liegen. Schamottesteine sind aus feuerfestem Material und dienen als zusätzliche Identifizierung der Toten nach erfolgter Feuerbestattung.  Da es sich bei der Feuerbestattung um Einzelvorgänge handelt, sind Verwechslungen der Asche zweifelsfrei auszuschließen.

Angebotene Veranstaltungen im Krematorium nutzen

Fast jedes Krematorium veranstaltet einmal jährlich einen „Tag der offenen Tür.“ Dieser Service findet meist im Rahmen des Tags des offenen Denkmals im September statt und geht mit  Führungen einher. Dabei werden den Besuchern alle Vorgänge einer Einäscherung erklärt und offene Fragen beantwortet.  Für alle Mitarbeiter eines Krematoriums ist der Abschied Normalität ihres Alltages. Sie begegnen ihm im Bewusstsein, dass die irdische Existenz begrenzt ist und das Sterben in das Leben integriert werden muss.

Das Krematorium als Dienstleister für Lebende

Dem Wandel der Zeit hat sich auch das Krematorium angepasst. Es ist längst weit mehr als ein Gebäude für Kremierungen, sondern stellt in vielen Städten Menschen, die Abschied von Angehörigen nehmen müssen, pietätvoll ausgestattete Räume zur Verfügung. Auch im Krematorium ist es teilweise möglich, zu  fotografieren, filmen oder während einer Feuerbestattung anwesend zu sein. Wer dies für seine Verstorbenen wünscht, sollte mit seinem Bestatter Kontakt aufnehmen, damit dieser die Trauergäste rechtzeitig im Krematorium anmelden kann. Häufig ist neben einem Krematorium ein Friedhof oder Kolumbarium  angeschlossen.  So lassen sich Trauerfeier, Feuerbestattung und die Beisetzung  der Asche zusammen organisieren. Dies ist vor allem für Gäste mit weiter Anfahrt von Vorteil. Im Krematorium Berlin Baumschulenweg beispielsweise wurde auf besondere Weise eine Architektur geschaffen, im dem hohe Säulen und dezente Lichteinwirkungen eine sakrale sowie moderne Atmosphäre schaffen.  Weitreichende Informationen und beeindruckende Videos sind auf der entsprechenden Webseite zu finden. Ich persönlich würde auch angesichts aller Vorteile der Feuerbestattung eine Erdbestattung bevorzugen. Ist eine Gefühlssache. Eine solche Entscheidung gehört zum Leben, und ist individuell wie das Leben selbst. Herzlichst, bis zum nächsten Artikel.

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