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Sterbegeld

Mit einem Sterbegeld sollen die Bestattungskosten von Verstorbenen finanziert werden. Die Einführung des Sterbegeldes erfolgte Ende des 19. Jahrhunderts. Es wurde bis zum Jahr 2003 von den gesetzlichen Krankenkassen gezahlt. Es wurde so lange und stetig reduziert, bis es schließlich komplett abgeschafft wurde. Im Bereich der Beamtenversorgung wird Sterbegeld weiterhin gezahlt. Bei tödlichen Arbeitsunfällen besitzen Hinterbliebene einer unfallversicherten Person einen Anspruch auf eine Auszahlung i.H.v. einem Siebtel der Bezugsgröße, § 64 SGB VII. Im privaten Bereich eignet sich für die Vorsorge eine Sterbegeldversicherung. Gewerkschaftsmitglieder haben entsprechend den Regelungen ihrer Organisation einen anteiligen Sterbegeldanspruch. Tarifverträge und Arbeitsverträge können Regelungen zu einem Sterbegeld beinhalten.

Gesetzliche Unfallversicherung

Wenn ein Versicherter einer Berufskrankheit oder einem Arbeitsunfall erliegt, erhalten dessen Hinterbliebene ein Sterbegeld. Dessen Umfang hängt weder von der Höhe des Einkommens noch von den tatsächlichen Bestattungskosten ab. Anknüpfungspunkt ist die geltende Bezugsgröße, § 64 SGB VII. Unfallversicherungen zahlen eine Todesfallleistung, wenn Studenten, Schüler oder Kinder während der Anwesenheit in ihrer Ausbildungsstätte einen tödlichen Unfall erleiden. In einem solchen Fall wird das Sterbegeld von den Unfallversicherungsträgern der öffentlichen Hand bzw. den Berufsgenossenschaften gezahlt. Bei privat Unfallversicherten richtet sich die Höhe der Todesfallleitung nach der individuell vereinbarten Versicherungssumme. Existieren sowohl private als auch gesetzliche Unfallversicherungen, wird ein „doppeltes“ Sterbegeld ausgezahlt.

Steuerrechtliche Beurteilung

Sterbegeldzahlungen aus privaten Versicherungen unterliegen in ihrer Form als Kapitallebensversicherung der Einkommensbesteuerung, § 20 I Nr. 6 EStG. Finanzielle Aufwendungen für Bestattungen werden im Steuerrecht oberhalb der Freibeträge als außergewöhnliche Belastungen bewertet. Hinterbliebene können diese Belastungen in ihrer Steuererklärung geltend machen, soweit die erhaltene Zahlung nicht ausreicht oder die Bestattungskosten nicht aus dem Nachlass finanziert werden können.

Betriebliche Altersvorsorge

Bei Arbeitnehmern mit einer betrieblichen Altersvorsorge können verschiedene Personenkreise ein Auszahlung im Todesfall erhalten. Dazu gehören Ehegatten, Lebenspartner mit eingetragener Lebensgemeinschaft sowie Kinder. Die betreffenden Personenkreise erhalten die Leistungen, die in der betrieblichen Altersvorsorge vereinbart wurden. Das Sterbegeld kann sich auf bis zu 8.000 Euro belaufen. Die private Sterbegeldversicherung bleibt  die unabhängige und sichere Alternative dazu.